Küchensession #44 | Staring Girl

STARING GIRL ON THE WEB: www.staring-girl.de

Als Staring Girl 2012 ihr Debutalbum bei K&F Records veröffentlichten, wurde gesagt, dass der Sound schüchtern, in seinem positivsten Sinne, sei. Eine Stimme, die sich nie erhebt, die eher ungelenk als extravagant ist und dabei von einer Band gestützt ist, die so unaufdringlich rumpelnd spielt, dass man beim Hören dennoch in einen packenden Sog gerät. Mittlerweile sind ein paar Jahre vergangen und Bandvorstand Steffen Nibbe ist mit komplett neuer Besetzung unterwegs, die sich zu großen Teilen aus der alten Gisbert zu Knyphausen-Band rekrutiert und besonders live jetzt ordentlich zu flowen weiß. Vibrafon, Klarinette oder Flügelhorn sind ebenfalls von Zeit zu Zeit dabei, die besondere Sichtweise auf unseren Alltag in Nibbes Texten sowieso. Clever ist das, norddeutsch maßvoll trotz aller Live-Energie auch.

Die Hamburger Band, die zudem diverse Sampler-Beiträge beim umtriebigen Netz-Label Omaha Records ihr Eigen nennen darf, war u.a. als Support von Gisbert zu Knyphausen und Erdmöbel auf Tour, bevor im April 2018 ihr neues Album „In einem Bild“ bei KOMBÜSE Schallerzeugnisse (dem Label der Hamburger Küchensessions) veröffentlicht wurde. Das neue Album, das sich irgendwo zwischen Americana, Singer-Songwriter und Indiepop verorten lässt, wurde im Watt’n Sound-Studio an der nordfriesischen Nordseeküste live und analog auf Tonband aufgenommen.

Das neue Album „In einem Bild“ ist ein musikalisches Roadmovie. Manchmal in strengem Schwarzweiß, anderswo in psychedelischen Farben. Gitarrenfahnen wehen am Auto vorbei. Warme Klänge flirren über den Asphalt, türmen sich zur Fata Morgana, die dann im Rückspiegel in wunderschönem Krach wieder zerfällt. Im Scheinwerferkegel wirbelt ein Schlagzeug Staub auf, am Horizont hebt sich ein leuchtender Refrain. Der Motor summt und jault. Auf dem Rücksitz: Songwriter Steffen Nibbe, der das Beobachtete in eigenwillige Prosa fasst und in nüchterner Touristen-Melancholie besingt. Auf „In einem Bild“ graben sich Staring Girl durch das Chaos und explodieren am Ende in sonnigen Farben. Andere würden vielleicht sagen: eine Mischung aus Songwriter-, Americana und Indiepop.

Staring Girl sind: Steffen Nibbe (Gesang, Gitarre), Jens Fricke (Gitarre), Gunnar Ennen (Tasten, Gitarre), Frenzy Suhr (Bass), Robert Weitkamp (Schlagzeug),

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.