Küchensession #289 | Christian Freimuth

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„Klipp” sagen die Kinder in manchen Gegenden Norddeutschlands zum sicheren Ort beim Fangenspielen. Anderswo sagen sie Klippo oder Freio oder Aus, Himmel, Freihaus oder Biet, Insel, Müh oder eines von mehr als siebzig anderen Worten, die alle dasselbe meinen. Für kaum etwas kennt die deutsche Sprache so viele verschiedene und besondere Begriffe wie für die Verschnaufpause vom spielerischen Wegrennen -fürs kurze Kraftschöpfen, fürs selbstbewusste „Du kannst mir gar nichts” zwischendurch.

Christian Freimuth hat ein Gespür für besondere Worte wie diese – und für die Bilder, die sie erzeugen. Sie machen seine Songtexte aus, die selten den einfachen Weg gehen und selbst scheinbar sichere Positionen lieber noch ein weiteres Mal hinterfragen.

Produziert und eingespielt wurde das Album „Klipp & Gefahr“ mit niemand geringerem als Tom Liwa, dem Gründer der Flowerpornoes. Sie schufen einen Sound, der Neil Youngs „Harvest“ ins Jahr 2019 holt. Der die Stimmungen von Lagerfeuergeschichten und Netflix – Gucken miteinander verbindet. Der perfekt inszeniert ist und gleichzeitig zufällig, lebendig und wahr.

„Klipp & Gefahr“ rauscht, knackt und knistert, atmet und pulsiert, lebendig eben und nicht glattgebügelt. Sie sagt, dass es okay ist, wenn dir das Leben schon ein paar Schrammen beigebracht hat, dass es okay ist, wenn du nicht aus deiner Haut kannst, du manchmal zu viel Gewese um etwas machst oder mal ein Schluck Wasser in der Kurve bist -denn solang du der Schatten deiner selbst bist, steht auch ein Teil von dir im Licht.

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