Küchensession #44 | Staring Girl

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Ein bisschen Regen, ein bisschen Wind, von Januar bis Dezember – kann man schon haben, wenn man in Kiel wohnt. Könnte ja auch schlimmer sein. Island zum Beispiel. Dort bezahlt die Krankenkasse den Schwimmbadbesuch als Prävention gegen Suizidtendenzen. Und wer nicht schwimmen will, macht Musik. So dürfte das ungefähr auch in Kiel laufen. Deswegen bleibt immer ein bisschen Melancholie über. Und heraus kommen dann Stücke mit Titeln wie „An einem traurigen Sonntagmorgen am Küchentisch“ oder „Viertel vor Nichts“.

Die fünf Herren von Staring Girl spielen knarzigen Folk-Pop, wie er hierzulande nur selten vorkommen dürfte. Americana mit deutschen Texten. Bereits zwei Alben haben sie mal eben aus der Hüfte geschossen, die besonders hoch in den trüben regnerischen Himmel über Kiel gehoben werden sollten. Denn auch im sonnenverwöhnten Süden dürften einen Sätze wie „Die Zahnbürste, die wir teilten in dieser kurzen Zeit, steht allein im Zahnputzbecher und spricht von Zweisamkeit“ traurig und glücklich zugleich stimmen. So viel euphorisierende Melancholie war selten. Zum Glück haben sich Staring Girl gegen das Schwimmen und für die Musik entschieden.

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