Küchensession #13 | Moritz Krämer

MORITZ KRÄMER ON THE WEB: www.moritzkraemer.de

Singer-Songwriter gibt es wie Sand am Meer, junge Männer meist, die ihr Empathievermögen so lange ausreizen, bis Gitarrenakkorde und Gefühlsreime leidlich verschmelzen. Die Kunst aber, in der Stille des Moments zu reden, statt sich nur zu äußern, bleibt einigen wenigen vorbehalten. Singer-Songwritern wie Moritz Krämer. Auf seinem Debütalbum „Wir können nix dafür“ findet das Milchgesicht mit der brüchigen Stimme textlich wie klanglich eine Sprache, wo Minnesänger und PR-Poeten nur Stellschrauben suchen. Und er verleiht ihr eine Erhabenheit, deren Diphthongspreizung den Tiefsinn nicht nur immer weiterführt, sondern, wie im anrührenden „Alle raus hier“, „waheitah, waheitah, waheitah!“

Dabei ist Krämer weder Dadaist, noch betreibt er Zweisamkeitsapotheosen, er versteht es nur, jeder Silbe die Wucht ganzer Strophen zu geben. Seine zwölf fließenden bis treibenden Alltagsballaden mögen von gebrochenen Vogelrippchen über Mutterliebe und das Leben in WGs bis hin zur Befürchtung reden, immer ficken zu müssen – es gerät nie pathetisch. Im Gegenteil. „So ein kitschiger Himmel“, singt Moritz Krämer in „90minuten“, „dass er mir die Stimmung versaut.“ Man kann auch mit beiden Beiden auf der Erde melancholisch sein. Jan Freitag, Die ZEIT

Outtake

Live @ Hamburger Küchensessions Festival 2012:

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