Küchensession #217 | Kevin Devine

KEVIN DEVINE ON THE WEB: http://www.kevindevine.net

Kevin Devine ist es gewohnt im Grauen zu leben. In den vergangenen 14 Jahren ist er immer wieder zwischen den Extremen geschwankt: intime Akustik-Momente und bombastische Rocksongs; zutiefst selbstbeobachtende Texte und gesellschaftspolitisch Entladungen; ein vorbeiziehendes Gewitter und der anschließende Sonnenschein.

Produziert von John Agnello (Sonic Youth, Dinosaur Jr.) und veröffentlicht von Big Scary Monsters in Deutschland und Brand News eigenem Label Procrastinate! Music Traitors in den USA, erscheint Devines neuntes Studioalbum „Instigator“ kurz nach seinen wohl viel beschäftigtesten Jahren überhaupt: neben zwei Alben mit seinem Nebenprojekt Bad Books (die Indie-Rock Supergroup mit Mitgliedern von Manchester Orchestra), veröffentlichte Devine 2013 das mit Hilfe von Kickstarter finanzierte Doppelalbum „Bubblegum“ & „Bulldozer“ und anschließend noch eine sehr ambitionierte 7“ Split-Single-Serie, u.a. mit Songbeiträgen von Brand News Jesse Lacey, Meredith Graves von Perfect Pussy, Nada Surfs Matthew Caws und Tigers Jaw im vergangenen Jahr.

Devine ist ein meisterhafter Geschichtenerzähler und durchtränkte „Instigator“ – von dem beißenden Power-Pop Hits „Both Ways“ und „No Why“, bis hin zu dem kantigen und Nirvana-esquen „Guard You Gates“ und dem wunderschönen gezupften “No One Says You Have To” – immer wieder mit verschachtelten Details und meist unbequemen Wahrheiten. Die Bedeutungen sind persönlich, doch die Thematiken universell. Eine Fähigkeit, die nicht viele besitzen und sowohl seine Alben als auch seine Konzerte zu einem charmanten und besonderen Erlebnis machen: denn selbst wenn Devine über die Welt im Ganzen schreibt, hält er sich zunächst immer einen Spiegel vor das eigene Gesicht.

Diese Sensibilität findet man in Songs wie „Freddie Gray Blues“, einem Portrait der grauenvollen Ereignissen um den Tod von Freddie Gray, der 2015 durch brutalste Polizeigewalt in Baltimore ums Leben gekommen ist. Über eindringlichen, Akustikgitarren-Blues zollt Devine dem ums Leben gekommenen Freddie Gray Tribut, bevor er kurz darauf tief in seine eigene Vergangenheit eintaucht, um sein Privileg und seine gesellschaftliche Stellung als Sohn, Ekelkind und Neffe eines NYPD Officers mit den Ereignissen in Einklang zu bringen. „Ich glaube nicht, dass eine Person in meiner Position so einen Song glaubwürdig vortragen kann, ohne zu erklären, wieso dieses Thema einen selbst betrifft,“ erzählt Devine.

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