Küchensession #78 | Julian Gerhard

Julian Gerhard aus dem Omaha Records Kader gehört sicher zu den ausgefallensten Songwritern die aktuell unterwegs sind. Die Rheinische Post Düsseldorf kürte ihn 2011 zu einem der zehn besten Liedermacher Deutschlands.

Filigran gezupfte Gitarren erschaffen Landschaften, die wie ein sonniger Wintermorgen erscheinen und lassen dann wenn es am schönsten ist, die Hölle aufblitzen. Und vor allem ist da aber dieser exhaltierte Gesang: Dieses mal verzweifelte, mal nüchterne Organ, das auf die ganz eigene Art und Weise vom Diesseits berichtet und immer wieder neue Wunder und Katastrophen entdeckt.

Ein leichter Schmerz mag in Julian Gerhards Musik stecken, das gehört dazu. Doch gemeinhin gibt sie eher Halt, als dass sie Melancholie überdramatisiert. In der Abstraktion, der Unvollkommenheit der Texte kann die Fantasie des Hörers ein Zelt aufschlagen, dort eventuell Blumen pflanzen. Kevin Hamann (Clickclickdecker, Bratze) leistete 2006 etwas Aufbauarbeit, war überzeugt von den ungewöhnlichen Songs und nahm schließlich Julian Gerhards erste EP auf.

Julian Gerhards 2010 erschienenes Debutalbum „Wenn du hier eh nur rumstehst, kannst du auch auf die Jacken aufpassen.“, hat bereits vor dem offiziellen Release Aufsehen erregt. So wurde er zu einem Kopfhörerkonzert im alten Studio der Krautrocklegende „Can“ im Rock’n Pop Museum Gronau eingeladen.

Der Verlag für deutsche Gegenwartsliteratur „mairisch“ veröffentlichte 2010 seinen Song „Lichtmaschine“ auf ihrem Vinylsampler „Bookends“.
Julian Gerhard spielte unter anderem im Vorprogramm von Kristof Schreuf, Gisbert zu Knyphausen und Nicolas Sturm.

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