Küchensession #196 | Bernadette la Hengst feat. Christine Ladette

BERNADETTE LA HENGST ON THE WEB: http://www.lahengst.com

FOTOS VON DER SESSION

Was ihre Alben erahnen lassen, Konzertbesucher aber schon lange wissen: „Sie geht ab wie eine Rakete – bis Wahnsinn und Schweiss verschwörerisch funkeln“. (Mopo / HH)

Bernadette La Hengst zeigt bei ihren Konzerten so ziemlich alles, was es braucht, um die Welt mit Melodien zu retten: Von
swingenden Popsongs über ausgeflippten Krautbeat bis hin zu elektrogeschwängertem Lovers Soul . Von Funk, Folk, Punk bis zu Rap und Elektro-Dub. Bernadette La Hengst vereint überzeugend Standpunkt und Revolte mit Disco und Spaß.

Ein Bernadette La Hengst Konzert ist alles andere als selbstverliebter Diskurs-Pop mit Betroffenheitsfaktor. Keyboardsounds und Samples aus der Konserve mit, sofern Bernadette La Hengst als Duo unterwegs ist, Unterstützung von der Maiden Monsters Schlagzeugerin Wanja Saatkamp. Den Rest erledigt Bernadette mit Gitarren, ihrem entwaffnenden Charme,
ausgelassenen Tänzen und einer wunderbar kraftvollen und leidenschaftlichen Stimme.
Klar im Vordergrund sind ihre Texte – die auch gerne mal mit wütenden Gitarren oder derb rockenden Soli betont werden.
Auf ihrem aktuellen Album „Save The World With This Melody“ finden sich Lieder wie „Wem gehört die Parkbank“, „Kommen immer näher“ oder „Wir bleiben hier“, das mit zehn Flüchtlingen im Rahmen eines gemeinsamen Projekts aufgenommen wurde. Bernadette ist vermutlich die einzige Person, die mit einem ausgelassenen Disco-Takt die Relevanz einer Flüchtlingskrise nicht mindert.
Durch ihre zahlreichen Projekte und Theaterstücke zum aktuellen, aber leider nicht neuen Thema „Refugees“, beweist Bernadette La Hengst immer wieder, dass sie es nicht nötig hat mit Betroffenheit und großen Emotionen zu jonglieren. Die Suche nach neuen Lebensraum, getrennte Liebe, Selbstbehauptung, Verlust und Zerstörung scheinen für den Moment des Konzertes etwas leichter verkraftbar.
Ältere Titel wie „Der Beste Augenblick“ oder „Intergrier mich, Baby!“ machen klar wie wichtig gute Tanznummern sind, damit sich die Welt in Zeiten wie diesen etwas reibungsloser dreht, ohne dass man dabei in Ignoranz und der Oberflächlichkeit eines musikalischen Einheitsbrei abrutscht.
Bernadette sagte in einem Interview: „Die Welt ist so groß und der alltägliche Scheiß, mit dem man sich umgibt, so klein, dass man ab und zu mal auslüften sollte.” Beste Gelegenheit dazu bietet sich bei einem ihrer Konzerte.

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